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Buch Luzius

Märchen und andere Wahrheiten

Nur für fantasievolle Leser!

In dem neuen Buch spüren die Leser die unbändige Freude des Autors am Erzählen und Fabulieren. "Ein neuzeitlicher Äsop, ein Geschichtenerzähler, der als Muttersprache die Poesie gewählt hat", schrieb die Kritikerin Janette Bürkle. Unsere heutigen gesellschaftlichen Begebenheiten werden ebenso humorvoll wie ernsthaft mit Mitteln eines alten Schatzes dargestellt: mit der Fabel.

Das Buch erzählt anfangs von der leidenschaftlichen Liebe zwischen der Prinzessin Gewürzlands und einem Nomaden. Doch im Mittelpunkt der kunstvoll miteinander verwobenen Geschichten des Sprachspielers Török stehen die wunderlichen und gefährlichen Abenteuer des neugierigen Lichtkäfers Luzius.
Der Lichtspender bewegt sich trickreich durch Zeit und Raum. Dabei gerät Luzius immer wieder in die Fänge einer mörderisch grausamen Welt. Die Lichtgestalt muss sich wacker und gewitzt aus lebensbedrohlichen Situationen befreien.
Die Suche nach einer wahrhaftigen Heimat, der Leitgedanke des Buches, verlangt viel Mut und Ideenreichtum.
Leuchtkäfer Luzius scheint sich auch überraschend gut mit Wundern und Rätseln der modernen Physik auszukennen. Dahinter steckt der Nomade, der als Geisterschreiber (Ghostwriter) des Luzius fungiert. Der Nomade bereichert die lichterfüllte Märchenwelt der Erzählungen mit zeitgemäßen Ansichten über Leben, Liebe, Tod und über Mysterien des Universums.
Das Licht in den Geschehnissen leuchtet für jung und alt, sofern die Leser die Fantasie eines Kindes bewahrt haben. Dort im Reich der Fantasie setzt sich die kreative Heimatsuche, die Sehnsucht nach Licht, nach Erleuchtung und nach humanistischer Aufklärung fort. Im Herzen der immer noch kindlichen Schöpfung.

Eine Rezension von Janette Bürkle:

Imre Török, der Logopoioi

Imre Török, der Logopoioi. Ein neuzeitlicher Äsop, ein Geschichtenerzähler, der als Muttersprache die Poesie gewählt hat.
In seinem Buch „Das Buch Luzius“ spürt man seine Freude am Erzählen, am Darstellen wichtiger gesellschaftlicher Begebenheiten in Form eines alten Schatzes: der Fabel.

Hauptsache ist und bleibt bei der Fabel Volkstümlichkeit. Das notwendige Handwerkszeug dazu ist eine einfache und klare Sprache, ein frischer Plauderton, Anschaulichkeit und nicht zuletzt ein kräftiger Schuss von Humor und Schalkhaftigkeit.
Mit diesen Utensilien sowie einer gehörigen Prise Lebenskenntnis ausgerüstet, konstruiert Imre Török mit der Welt der Insekten und seiner Kunstfigur „Leuchtkäfer Luzius“ 15 Köstlichkeiten, denen das Kunstmärchen „Die Prinzessin und der Nomade“ vorausgeht.

Die Fabeln des Török streifen mit Luzius durch moderne Zeiten, beziehen sich auf den sozialen Wandel und darauf, menschliche Existenz zu deuten und zu verstehen.
Insbesondere der philosophische Gedanke: Hat das Leben einen Sinn? ist in dem 187 Seiten starken Buch verankert.

Der Huf eines blöden Kamels

Ziemlich zu Anfang des zweiten Teils: „… und andere Wahrheiten“ begegnet Luzius in der Wüste einem Skarabäus. Naserümpfend beobachtet der kleine vorwitzige Leuchtkäfer, wie der Skarabäus ununterbrochen Kotkügelchen vor sich her rollt:

„ „Eines kapier ich nicht. Diese ganze Masse von Skarabäen im Sand ist Tag für Tag damit beschäftigt, Kügelchen voll Scheiße vor sich her zu rollen. Ihr habt ja nicht einmal einen eigenen Namen, wenn jeder Skarabäus heißt. Und trotzdem glaubt ihr, dass ihr Heilige seid, die Glück bringen und die Wiedergeburt ermöglichen. Ist die Werdung neuen Lichts und die Glückseligkeit nicht viel eher auf der höchsten Spitze zu empfangen?“

Skarabäus machte eine Pause beim Drehen seiner stinkenden Kotkugel. Dann setzte er, ohne Spur von Beleidigtsein in der Stimme, zu einem längeren Monolog an.

„Glühwürmchen, Glühwürmchen, schimmre, schi-im-Re! Du bist ein leuchtendes Wesen, Luzius. Wie wir alle. Wann endlich ergreifst du von der Zukunft einen Zipfel? Du und wir und alle begreifen das Kommende doch kaum. Wohl hast du recht, dass die Menge hier unten viel Dreck bewegen und fressen muss. Es scheint, dass die Masse für die ferne Zukunft am wenigsten empfänglich ist. Wie sollte sie auch, wenn doch alle sich ständig in unzählige Richtungen verzetteln. Dadurch werden die Strahlen der Künftigkeit in tausend Himmelsrichtungen reflektiert. Vielleicht wird mancher an der Spitze die Morgenröte eher erblicken und gebündelt reflektieren.
Doch bedenke, meine goldiges Käferchen, wie du in deine Position gelangt bist. Wir, die Heerschar heiliger Skarabäen, haben die Pyramiden errichtet. Kein einzelnes Wesen kann die Warte künftiger Werte bauen. Dem Einzelnen dient eine Pyramide letztlich nur als Grab.
Wir drehen unsere Runden im Dreck weiter. Will ein Leuchtkäfer die Himmelsleiter erklimmen, sollte er Schweiß und Fäkalien am Fuße der Pyramide nicht außer Acht lassen. Ist nicht jeder winzige Globus aus Kot, den wir am Drehen halten, ein Nährboden? Einzig daraus wird Neues das Licht der Welt erblicken. Und ist ein Erleuchteter nicht in einem dreckigen Stall im Gestank von Urin und Kot zur Welt gekommen?“

Der Huf eines blöden Kamels begrub in diesem Augenblick Skarabäus im Sand. ..“

Nicht nur dieser mit Metaphern gespickte Monolog regt meine „Homo-sapiens-Synapsen“ zum Flug an. Töröks Schuss Humor beschwipst meine Gedanken.
„schi-im-Re“: Re, der ägyptische Sonnengott;
im-Re = Imre Török;

  • Das Buch Luzius

    Das Buch Luzius. Märchen und andere Wahrheiten. Pop Verlag, Ludwigsburg 2012, ISBN 978-3-86356-026-3 /

    16,50 EUR (incl. MwSt zzgl. Versandkosten)

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